01 | Ich wohne zur Miete und kann zu Hause nicht laden. Macht ein Elektroauto für mich überhaupt Sinn?

Diese Frage höre ich sehr häufig. Viele glauben, dass ein Elektroauto nur mit eigener Wallbox sinnvoll ist. Das stimmt so aber nicht.

Ein klares Ja. Ich selbst fahre ebenfalls ein Elektroauto und lade aktuell ausschließlich öffentlich. Gerade in Städten und Ballungsgebieten funktioniert das heute problemlos. Je ländlicher man wohnt, desto genauer sollte man sich allerdings die vorhandene Ladeinfrastruktur ansehen.

Ob ein Elektroauto für dich sinnvoll ist, hängt deshalb weniger von einer eigenen Wallbox ab, sondern vielmehr von deinem Fahrprofil und den Lademöglichkeiten in deiner Umgebung.

💡 Gut zu wissen

Eine fehlende Wallbox bedeutet nicht automatisch, dass ein Elektroauto für dich ungeeignet ist. Oft reicht schon ein Blick auf die Lademöglichkeiten in deiner Umgebung, um festzustellen, dass der Alltag problemlos funktioniert.


02 | Wie lange hält so ein Akku eigentlich wirklich? Muss ich nach zehn Jahren einen neuen kaufen?

Diese Sorge höre ich sehr häufig. Die gute Nachricht zuerst: Nein. In den allermeisten Fällen musst du nach zehn Jahren keinen neuen Akku kaufen.

Ein Akku verliert mit der Zeit zwar etwas an Kapazität. Dieser natürliche Alterungsprozess wird als Degradation bezeichnet. Die stärkste Alterung findet meist in den ersten beiden Jahren statt. Je nach Fahrzeug und Hersteller liegt sie häufig zwischen etwa 3 und 10 Prozent. Danach verlangsamt sich dieser Prozess deutlich. Oft verliert der Akku anschließend nur noch etwa 0,5 bis 1 Prozent Kapazität pro Jahr.

Deshalb empfehle ich bei einem gebrauchten Elektroauto grundsätzlich einen zertifizierten Akkutest. Nur so lässt sich der tatsächliche Gesundheitszustand des Akkus zuverlässig beurteilen.

💡 Mein Tipp

Achte beim Gebrauchtwagenkauf weniger auf den Kilometerstand als auf die tatsächliche Akkugesundheit. Ein Akkutest schafft hier deutlich mehr Sicherheit.


03 | Ab wann würdest du sagen, dass ein Akku „schlecht“ ist?

Das hängt immer vom Fahrzeug, vom Kaufpreis und vor allem von deinen Anforderungen ab.

Wer zum Beispiel nur kurze Strecken fährt und wenige Kilometer im Jahr zurücklegt, kann durchaus mit einem Fahrzeug zufrieden sein, dessen Akku bereits etwas mehr Kapazität verloren hat. Entscheidend ist, dass Preis und Akkuzustand zusammenpassen.

Grundsätzlich sollte die Degradation ungefähr zum Alter des Fahrzeugs passen. Ein sieben Jahre altes Elektroauto sollte beispielsweise nicht mehr nahezu 100 Prozent Akkukapazität besitzen – genauso wenig sollte es aber bereits deutlich unter den üblichen Erfahrungswerten liegen.

Ein Akkuzertifikat hilft dabei, den Zustand realistisch einzuordnen.

💡 Aus meiner Erfahrung

Es gibt keinen festen Prozentwert, ab dem ein Akku grundsätzlich schlecht ist. Entscheidend ist immer das Gesamtpaket aus Alter, Laufleistung, Akkugesundheit und Kaufpreis.


04 | Sind 200.000 Kilometer bei einem gebrauchten Elektroauto nicht viel zu viel?

Ganz klar: Nein.

Viele Menschen verbinden hohe Laufleistungen automatisch mit einem schlechten Akku. In der Praxis sieht das jedoch oft ganz anders aus.

Natürlich verliert ein Akku mit den Jahren etwas an Kapazität. Trotzdem bedeutet das nicht, dass ein Fahrzeug mit 200.000 Kilometern plötzlich unbrauchbar wird. Bei vielen Modellen bleiben auch nach hohen Laufleistungen noch Reichweiten übrig, die für den Alltag vollkommen ausreichen.

Viel wichtiger als der Kilometerstand ist deshalb die tatsächliche Akkugesundheit. Genau deshalb empfehle ich vor dem Kauf immer einen Akkutest.

💡 Häufiger Irrtum

Ein hoher Kilometerstand bedeutet nicht automatisch einen schlechten Akku. Oft sind Langstreckenfahrzeuge sogar schonender für den Akku als reine Kurzstreckenfahrzeuge.


05 | Ist Schnellladen schädlich für den Akku?

Je schneller ein Akku geladen wird, desto stärker wird er grundsätzlich belastet. Deshalb ist langsames AC-Laden im Alltag die schonendere Variante.

Das bedeutet aber nicht, dass Schnellladen schädlich ist. Moderne Elektroautos sind genau dafür entwickelt worden. Wer regelmäßig auf Langstrecke unterwegs ist, kann den Schnelllader ohne schlechtes Gewissen nutzen.

Wenn du die Wahl hast und das Fahrzeug ohnehin mehrere Stunden steht – zum Beispiel während der Arbeit oder beim Einkaufen – empfiehlt sich das Laden an einer normalen AC-Ladesäule.

💡 Praxis-Tipp

Nutze AC-Laden immer dann, wenn Zeit keine Rolle spielt. Schnellladen ist genau für die Situationen gedacht, in denen du möglichst schnell weiterfahren möchtest.

06 | Sollte ich lieber jeden Tag laden oder möglichst leer fahren?

Diese Frage lässt sich leider nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Es kommt vor allem darauf an, welches Elektroauto du fährst und welche Akkutechnologie verbaut ist.

Kannst du zu Hause laden, spricht grundsätzlich nichts dagegen, das Fahrzeug regelmäßig anzustecken. Oft ist es sogar sinnvoller, den Akku häufiger nachzuladen und dafür ein niedrigeres Ladelimit einzustellen.

Lädst du dagegen ausschließlich öffentlich, kann es praktischer sein, den Akku zunächst etwas weiter zu entladen und anschließend einmal vollständig nachzuladen. Wie oft das sinnvoll ist, hängt jedoch von deiner täglichen Fahrleistung und dem jeweiligen Fahrzeug ab.

💡 Gut zu wissen

Nicht jedes Elektroauto "mag" dieselbe Ladeweise. Die optimale Strategie hängt immer vom Fahrzeugmodell und der verbauten Akkutechnologie ab.


07 | Warum laden manche Leute nur bis 80 %, andere aber auf 100 %?

Auch das hängt hauptsächlich vom verbauten Akku ab.

Viele Elektroautos mit klassischen Lithium-Ionen-Akkus fühlen sich langfristig wohler, wenn sie im Alltag nicht ständig auf 100 % geladen werden. Deshalb empfehlen viele Hersteller für den täglichen Gebrauch ein Ladelimit von etwa 80 %.

Anders sieht es bei Fahrzeugen mit einem sogenannten LFP-Akku aus. Diese Akkus sind robuster und dürfen häufig problemlos bis 100 % geladen werden. Manche Hersteller empfehlen dies sogar regelmäßig, damit das Batteriemanagement die tatsächliche Akkukapazität korrekt bestimmen kann.

Steht eine längere Fahrt an, spricht selbstverständlich nichts dagegen, auch einen anderen Akkutyp kurz vor der Abfahrt auf 100 % zu laden.

💡 Praxis-Tipp

Entscheidend ist nicht, ob du bis 80 oder 100 % lädst, sondern wann. Ein Akku fühlt sich deutlich wohler, wenn er nicht unnötig lange mit 100 % Ladestand herumsteht.


08 | Wie finde ich unterwegs überhaupt eine Ladesäule?

Heute ist das deutlich einfacher, als viele denken.

Nahezu jedes moderne Elektroauto kann öffentliche Ladestationen direkt in der Navigation anzeigen und häufig sogar automatisch in die Routenplanung einbeziehen.

Zusätzlich gibt es zahlreiche Apps, die freie Ladesäulen anzeigen, Preise vergleichen oder verschiedene Anbieter miteinander kombinieren. Selbst Google Maps zeigt mittlerweile viele öffentliche Ladepunkte an.

Die Sorge, unterwegs keine Lademöglichkeit zu finden, ist deshalb heute meist unbegründet.

💡 Gut zu wissen

Gute Fahrzeuge planen Ladestopps inzwischen selbstständig ein. Du gibst lediglich dein Ziel ein – das Fahrzeug kümmert sich um den Rest.


09 | Brauche ich wirklich zehn verschiedene Ladekarten?

Nein.

Für die meisten Fahrer reichen zwei bis vier Ladekarten vollkommen aus. Welche Karten sinnvoll sind, hängt vor allem davon ab, wo du wohnst und welche Anbieter sich in deiner Umgebung befinden.

Ich selbst habe mehrere Ladekarten dabei. Nicht weil ich sie ständig brauche, sondern weil ich im Zweifel immer eine Alternative dabeihaben möchte. Manche Karten sind sogar komplett kostenlos und kosten erst dann Geld, wenn sie tatsächlich genutzt werden.

Gerade auf längeren Fahrten ist ein kleiner "Plan B" nie verkehrt.

💡 Mein Tipp

Lieber drei gut ausgewählte Ladekarten im Portemonnaie als zehn verschiedene Tarife, die du am Ende nie nutzt.

10 | Was kostet mich das Laden wirklich im Vergleich zum Tanken?

Das hängt vor allem davon ab, wo und zu welchem Tarif du lädst.

Wer spontan ohne Vertrag oder Ladetarif lädt, zahlt häufig zwischen 0,50 € und 0,60 € pro kWh, teilweise sogar noch mehr. Mit einem passenden Ladetarif oder einem monatlich kündbaren Abo lassen sich diese Kosten oft deutlich reduzieren.

Ein Beispiel:

Nehmen wir einen VW ID.3 mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 18 kWh pro 100 km.

Ohne Ladetarif (0,56 €/kWh):

18 × 0,56 € = 10,08 € pro 100 km

Mit einem Ladetarif (0,39 €/kWh):

18 × 0,39 € = 7,02 € pro 100 km

Das sind bereits 3,06 € Ersparnis pro 100 Kilometer.

Fährst du beispielsweise 20.000 km im Jahr, sparst du allein durch den günstigeren Stromtarif bereits über 600 € jährlich.

Bei besonders effizienten Fahrzeugen wie einem Tesla Model 3 können die Stromkosten sogar noch einmal deutlich niedriger ausfallen.

Welcher Ladetarif oder welche Ladekarte für dich am sinnvollsten ist, hängt allerdings von deinem Fahrprofil, deiner Region und den von dir bevorzugten Ladesäulen ab. Eine pauschale Empfehlung gibt es deshalb nicht. Genau dabei unterstütze ich dich gerne.

💡 Gut zu wissen

Viele Fahrer achten beim Autokauf auf wenige hundert Euro Preisunterschied. Dabei lässt sich über den passenden Ladetarif oft Jahr für Jahr deutlich mehr Geld sparen.

11 | Stimmt es, dass Elektroautos im Winter nur noch die halbe Reichweite schaffen?

Diese Aussage hört man immer wieder. Sie stimmt so aber nicht.

Ja, ein Elektroauto verliert im Winter Reichweite. Das liegt unter anderem daran, dass der Akku bei niedrigen Temperaturen weniger effizient arbeitet und zusätzlich Energie zum Heizen des Innenraums benötigt wird.

Wie groß dieser Verlust tatsächlich ausfällt, hängt jedoch stark vom Fahrzeugmodell und der Außentemperatur ab. Fahrzeuge mit Wärmepumpe kommen im Winter meist deutlich besser zurecht als Modelle ohne.

In der Praxis bewegen sich die Reichweitenverluste häufig zwischen 18 und 30 Prozent. Das ist zwar spürbar, aber weit von den oft behaupteten "50 Prozent" entfernt.

💡 Gut zu wissen

Wer in einer Region mit langen und kalten Wintern lebt, sollte beim Fahrzeugkauf möglichst auf eine Wärmepumpe achten.


12 | Kann ich mit einem Elektroauto problemlos in den Urlaub fahren?

Ja, das kannst du.

Entscheidend ist jedoch, welches Fahrzeug du kaufst. Nicht jedes Elektroauto eignet sich gleich gut für lange Urlaubsfahrten. Unterschiede gibt es vor allem bei der Reichweite, der Ladeleistung und der Ladeplanung.

Ein modernes Elektroauto mit guter Schnellladeleistung und zuverlässiger Routenplanung bringt dich problemlos ans Urlaubsziel. Die Ladepausen lassen sich dabei meist gut mit den ohnehin notwendigen Pausen zum Essen oder Beine vertreten verbinden.

Deshalb schaue ich bei einer Kaufberatung immer genau darauf, wie und wofür das Fahrzeug später genutzt werden soll.

💡 Mein Tipp

Kaufe dein Elektroauto nicht für die eine Urlaubsfahrt im Jahr, sondern für die anderen 364 Tage, an denen du es im Alltag nutzt.


13 | Wie lange dauert das Laden auf Langstrecke wirklich?

Das hängt in erster Linie vom Fahrzeug ab.

Moderne Elektroautos laden auf Langstrecke häufig in 12 bis 20 Minuten genügend Energie nach, um die Fahrt entspannt fortsetzen zu können. Ältere Modelle oder Fahrzeuge mit geringerer Ladeleistung benötigen dagegen oft 25 bis 40 Minuten.

Dabei wird auf Langstrecken in der Regel nicht bis 100 %, sondern nur bis etwa 80 % geladen. Der Grund dafür ist einfach: Die letzten Prozent laden deutlich langsamer. Es ist deshalb meist schneller, früher weiterzufahren und den nächsten Ladestopp etwas eher einzulegen.

💡 Gut zu wissen

Nicht die Akkugröße entscheidet über die Langstreckentauglichkeit, sondern vor allem die Kombination aus Reichweite, Ladeleistung und einer guten Ladeplanung.


14 | Kann ich während des Ladens im Auto sitzen bleiben?

Natürlich.

Du kannst während des Ladens problemlos im Fahrzeug sitzen bleiben. Klimaanlage oder Heizung dürfen weiterlaufen, genauso wie Musik, Navigation oder andere Funktionen.

Viele Elektroautos bieten darüber hinaus zusätzliche Unterhaltungsmöglichkeiten. Je nach Hersteller gehören dazu beispielsweise Streaming-Dienste, Spiele oder andere Komfortfunktionen, mit denen die Ladepause deutlich angenehmer wird.

Gerade auf längeren Reisen empfinden viele Fahrer die Ladepause deshalb eher als kurze Erholung statt als Wartezeit.

💡 Gut zu wissen

Die Energie, die Klimaanlage oder Heizung während einer Ladepause verbrauchen, ist im Verhältnis zur nachgeladenen Energie meist nur sehr gering.


15 | Muss ich vor jeder Fahrt eine Route mit Ladestopps planen?

Nein.

Die meisten modernen Elektroautos übernehmen diese Aufgabe inzwischen selbst. Du gibst einfach dein Ziel in die Navigation ein und das Fahrzeug plant – je nach Modell – die notwendigen Ladestopps automatisch mit ein.

Sollte dein Fahrzeug diese Funktion nicht besitzen oder du möchtest deine Route im Voraus planen, gibt es sehr gute Apps wie beispielsweise A Better Routeplanner (ABRP), die dich dabei unterstützen.

Im Alltag wirst du allerdings schnell merken, dass eine aufwendige Planung meist gar nicht notwendig ist.

💡 Aus meiner Erfahrung

Viele Menschen beschäftigen sich vor dem Kauf deutlich mehr mit dem Thema Laden als später im Alltag. Nach kurzer Zeit wird das Laden genauso selbstverständlich wie früher das Tanken.

Perfekt. 😊 Dann kommen jetzt 16 bis 20.


16 | Was passiert eigentlich, wenn der Akku komplett leer ist?

Natürlich solltest du versuchen, den Akku nicht komplett leer zu fahren. Moderne Elektroautos besitzen jedoch meist noch eine kleine Sicherheitsreserve, auch wenn bereits 0 % angezeigt werden.

Diese Reserve ist allerdings ausschließlich dafür gedacht, das Fahrzeug im Notfall noch sicher abstellen zu können. Darauf verlassen solltest du dich deshalb nicht.

Im Alltag wirst du schnell lernen, dein Fahrzeug rechtzeitig zu laden. Die sogenannte "Reichweitenangst" verschwindet bei den meisten Fahrern bereits nach wenigen Wochen.

💡 Gut zu wissen

Moderne Elektroautos warnen dich frühzeitig, wenn der Akkustand niedrig wird. Viele Fahrzeuge schlagen dir dann sogar automatisch passende Ladestationen entlang deiner Strecke vor.


17 | Kann ein Akku plötzlich kaputtgehen oder kündigt sich das vorher an?

Ein plötzlicher Akkuausfall ist eher die Ausnahme. In den meisten Fällen kündigen sich Probleme vorher an.

Typische Anzeichen können beispielsweise ein spürbarer Leistungsverlust oder ungewöhnliche Veränderungen der Reichweitenanzeige sein. Springt die Reichweite bei normaler Fahrweise plötzlich um viele Kilometer oder mehrere Prozentpunkte, kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Akku überprüft werden sollte.

Nicht jede Auffälligkeit bedeutet jedoch automatisch einen Defekt. Gerade Außentemperatur, Fahrstil oder sehr hohe Geschwindigkeiten können die Reichweitenanzeige ebenfalls beeinflussen.

💡 Darauf solltest du achten

Verändert sich das Verhalten deines Akkus plötzlich und dauerhaft, solltest du das Fahrzeug überprüfen lassen. Ein schleichender Defekt kündigt sich häufig an.


18 | Worauf sollte ich beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos besonders achten?

Grundsätzlich gelten viele Dinge, die auch für einen normalen Gebrauchtwagen wichtig sind. Der Zustand der Karosserie, Wartungsnachweise oder der allgemeine Pflegezustand spielen selbstverständlich ebenfalls eine große Rolle.

Beim Elektroauto kommt jedoch noch ein entscheidender Punkt hinzu: der Hochvoltakku.

Wenn möglich, sollte immer ein aktueller Akkutest vorliegen oder durchgeführt werden. Je nach Fahrzeug kann zusätzlich auch das Ladeverhalten interessante Rückschlüsse liefern.

Gerade diese Punkte entscheiden häufig darüber, ob ein vermeintliches Schnäppchen tatsächlich ein gutes Angebot ist.

💡 Mein Tipp

Ein schöner Lack ist schnell gefunden. Ein gesunder Akku dagegen deutlich wichtiger. Deshalb schaue ich beim Gebrauchtwagen immer zuerst auf den technischen Zustand.


19 | Brauche ich unbedingt einen Akkutest oder reicht eine Probefahrt?

Für mich gehört ein Akkutest bei einem gebrauchten Elektroauto ganz klar dazu.

Eine Probefahrt zeigt dir zwar, wie sich das Fahrzeug fährt und ob alle Funktionen wie gewünscht arbeiten. Den tatsächlichen Gesundheitszustand des Akkus kannst du dadurch jedoch nicht zuverlässig beurteilen.

Genau deshalb empfehle ich bei jedem konkreten Kaufkandidaten einen zertifizierten Akkutest. Die Kosten dafür sind im Vergleich zum Fahrzeugpreis gering und schaffen eine deutlich bessere Entscheidungsgrundlage.

💡 Gut zu wissen

Ein Akkutest kostet meist nur einen Bruchteil dessen, was ein Fehlkauf später kosten kann.


20 | Wie erkenne ich, ob der Verkäufer ehrlich ist und das Auto wirklich gut ist?

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es leider nie.

Wie bei jedem Gebrauchtwagen spielt auch hier dein Bauchgefühl eine wichtige Rolle. Macht der Verkäufer einen ehrlichen Eindruck? Kann er Fragen nachvollziehbar beantworten? Liegen Rechnungen oder Wartungsnachweise vor? Werden Mängel offen angesprochen?

Gerade bei Elektroautos lohnt es sich zusätzlich, den technischen Zustand unabhängig beurteilen zu lassen. So verlässt du dich nicht nur auf Aussagen des Verkäufers, sondern auf nachvollziehbare Fakten.

💡 Aus meiner Erfahrung

Ein seriöser Verkäufer hat in der Regel kein Problem damit, wenn das Fahrzeug gemeinsam besichtigt oder ein Akkutest durchgeführt wird.

21 | Warum unterscheiden sich die Reichweiten so stark zwischen verschiedenen Elektroautos?

Die Reichweite eines Elektroautos hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Deshalb lassen sich zwei Fahrzeuge oft nur schwer miteinander vergleichen.

Eine wichtige Rolle spielen unter anderem die Akkugröße, die Effizienz des Antriebs, das Fahrzeuggewicht, die Aerodynamik und natürlich auch der Fahrstil.

Ein großes SUV mit großem Akku fährt deshalb nicht automatisch weiter als eine effiziente Limousine mit einem etwas kleineren Akku.

Deshalb schaue ich bei einer Kaufberatung immer auf das Gesamtpaket und nicht nur auf die angegebene Reichweite nach WLTP.

💡 Gut zu wissen

Nicht die größte Batterie macht automatisch das beste Elektroauto. Oft entscheidet die Effizienz darüber, wie weit du mit einer Akkuladung tatsächlich kommst.


22 | Welches Elektroauto würdest du einem Einsteiger empfehlen?

Diese Frage kann ich leider nicht pauschal beantworten.

Das passende Elektroauto hängt immer von deinem Fahrprofil, deinem Budget und deinen persönlichen Anforderungen ab.

Ein Pendler mit täglich 150 Kilometern benötigt ein anderes Fahrzeug als jemand, der überwiegend kurze Strecken fährt. Genauso spielen Lademöglichkeiten, Urlaubsfahrten oder der Platzbedarf eine wichtige Rolle.

Mittlerweile gibt es in nahezu jeder Preisklasse gute Elektroautos. Entscheidend ist deshalb nicht, welches Fahrzeug allgemein als "das Beste" gilt, sondern welches am besten zu dir passt.

💡 Aus meiner Erfahrung

Ich empfehle grundsätzlich keine Marke, sondern immer das Fahrzeug, das am besten zu deinem Alltag passt.


23 | Lohnt sich ein Elektroauto überhaupt, wenn ich nur 8.000 Kilometer im Jahr fahre?

Auch bei einer geringen jährlichen Fahrleistung kann sich ein Elektroauto durchaus lohnen.

Natürlich dauert es etwas länger, bis sich ein höherer Kaufpreis über die niedrigeren Betriebskosten ausgleicht. Dafür profitierst du trotzdem von den geringen Wartungskosten, den niedrigeren Energiekosten und dem angenehmen Fahrgefühl eines Elektroautos.

Ob sich der Umstieg finanziell lohnt, hängt deshalb nicht nur von der jährlichen Kilometerleistung ab, sondern vom gesamten Nutzungsprofil.

💡 Mein Tipp

Rechne nicht nur mit den Kraftstoffkosten. Auch Wartung, Verschleiß und mögliche Reparaturen spielen bei den Gesamtkosten eines Fahrzeugs eine wichtige Rolle.


24 | Was passiert eigentlich mit dem Akku, wenn das Auto zehn Jahre alt ist?

Viele Menschen stellen sich vor, dass ein Akku nach zehn Jahren praktisch verbraucht ist. Die Realität sieht meist ganz anders aus.

Bei vielen modernen Elektroautos besitzt der Akku auch nach zehn Jahren noch deutlich über 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität. Damit sind im Alltag oft weiterhin Reichweiten möglich, die für die meisten Fahrer vollkommen ausreichen.

Natürlich hängt der tatsächliche Zustand immer vom Fahrzeug, der Nutzung und der Pflege des Akkus ab. Eine pauschale Aussage lässt sich deshalb nie treffen.

💡 Gut zu wissen

Ein zehn Jahre alter Akku ist nicht automatisch ein schlechter Akku. Entscheidend ist immer sein tatsächlicher Gesundheitszustand.


25 | Muss ich Angst haben, dass es in ein paar Jahren keine Ersatzteile mehr gibt?

Nein, diese Sorge ist heutzutage in den meisten Fällen unbegründet.

Zum einen bestehen Elektroautos aus deutlich weniger beweglichen Bauteilen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dadurch gibt es bereits konstruktionsbedingt weniger mögliche Verschleiß- und Fehlerquellen.

Zum anderen entwickeln sich Reparaturmöglichkeiten für Hochvoltbatterien ständig weiter. Heute müssen bei einem Defekt häufig nicht mehr komplette Akkus ersetzt werden. Spezialisierte Fachbetriebe können inzwischen in vielen Fällen einzelne Module oder Komponenten reparieren oder austauschen.

💡 Häufiger Irrtum

Ein Akkudefekt bedeutet nicht automatisch einen wirtschaftlichen Totalschaden. In vielen Fällen gibt es heute bereits Reparaturmöglichkeiten, die deutlich günstiger sind als ein kompletter Akkutausch.

26 | Was sind typische Schwachstellen bei gebrauchten Elektroautos?

Das lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Genau wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor besitzt jedes Modell seine eigenen Stärken und Schwächen.

Es gibt allerdings einige Punkte, die bei vielen Elektroautos häufiger auffallen. Durch das höhere Fahrzeuggewicht werden Fahrwerk und Reifen stärker belastet als bei vergleichbaren Verbrennern. Außerdem werden die Bremsen durch die Rekuperation oft deutlich seltener benutzt. Das führt nicht zu höherem Verschleiß, sondern eher dazu, dass sie bei mangelnder Nutzung stärker rosten können.

Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf genau hinzuschauen und bekannte Schwachstellen des jeweiligen Modells zu kennen.

💡 Gut zu wissen

Nicht jedes Elektroauto hat dieselben Schwachstellen. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf das jeweilige Modell und nicht nur auf die Fahrzeugart.


27 | Kann ich ein Elektroauto genauso lange fahren wie einen Verbrenner?

Davon ist heute sogar auszugehen.

Elektroautos besitzen deutlich weniger bewegliche Bauteile als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Viele klassische Verschleißteile wie Kupplung, Zahnriemen oder Auspuffanlage entfallen komplett.

Wie langlebig moderne Elektroautos tatsächlich sein können, zeigen bereits erste Langstreckenfahrzeuge. So gibt es beispielsweise ein Tesla Model S aus dem Jahr 2014, das inzwischen rund 2,9 Millionen Kilometer zurückgelegt hat – und täglich kommen weitere Kilometer hinzu.

Natürlich lässt sich daraus keine Garantie für jedes Fahrzeug ableiten. Es zeigt jedoch sehr eindrucksvoll, welches Potenzial moderne Elektroautos grundsätzlich besitzen.

💡 Häufiger Irrtum

Viele glauben, ein Elektroauto halte kürzer als ein Verbrenner. Tatsächlich spricht heute vieles dafür, dass viele Elektroautos mindestens genauso langlebig, wenn nicht sogar langlebiger sein können.


28 | Woran erkenne ich, ob ein Angebot wirklich günstig ist oder ob ich später draufzahle?

Der Kaufpreis allein sagt leider nur wenig darüber aus, ob ein Fahrzeug wirklich ein gutes Angebot ist.

Entscheidend ist immer das Gesamtpaket. Dazu gehören unter anderem Alter, Laufleistung, Akkuzustand, Ausstattung, Wartungshistorie, Softwarestand und natürlich der allgemeine Fahrzeugzustand.

Ein scheinbar günstiges Angebot kann am Ende deutlich teurer werden als ein etwas höher bepreistes Fahrzeug mit einem gesunden Akku und einer guten Wartungshistorie.

Genau deshalb schaue ich mir beim Gebrauchtwagenkauf immer das Gesamtbild an und nicht nur den Preis.

💡 Mein Tipp

Ein gutes Angebot erkennst du nicht daran, dass es besonders günstig ist. Ein gutes Angebot ist eines, bei dem Preis und Fahrzeugzustand wirklich zusammenpassen.


29 | Warum sollte ich überhaupt jemanden zur Probefahrt oder Fahrzeugbesichtigung mitnehmen?

Gerade beim ersten Elektroauto tauchen während einer Probefahrt viele Fragen auf, an die man vorher oft gar nicht gedacht hat.

Warum rekuperiert das Fahrzeug so stark? Weshalb fühlt sich das Fahren anders an? Welche Einstellungen sind sinnvoll? Wie funktioniert das Laden unterwegs? Worauf sollte ich bei diesem Modell besonders achten?

Natürlich kannst du all das auch selbst herausfinden. Mit einer Begleitung bekommst du jedoch viele Antworten direkt während der Fahrt – genau in dem Moment, in dem die Fragen entstehen.

Mir geht es dabei nicht darum, dir ein bestimmtes Fahrzeug zu empfehlen. Ich möchte, dass du selbst erkennst, ob dieses Auto wirklich zu dir und deinem Alltag passt.

💡 Aus meiner Erfahrung

Viele Kunden sagen nach der Probefahrt: „Allein auf diese Dinge wäre ich wahrscheinlich gar nicht gekommen.“ Genau dafür ist eine Begleitung da.


30 | Mal ganz ehrlich: Würdest du heute überhaupt noch einen Verbrenner kaufen? Oder ist Elektromobilität wirklich schon alltagstauglich?

Für meine persönlichen Anforderungen würde ich mich heute wieder für ein Elektroauto entscheiden.

Elektromobilität ist längst alltagstauglich. Trotzdem höre ich häufig Aussagen wie: „Mein Diesel schafft aber 1.000 Kilometer mit einer Tankfüllung.“

Dabei wird oft vergessen, dass der durchschnittliche Autofahrer in Deutschland täglich nur rund 34 Kilometer fährt. Die meisten nutzen ihr Auto also überwiegend für Strecken, die selbst kleine Elektroautos problemlos bewältigen.

Ja, auf einer langen Urlaubsfahrt dauert die Reise mit einem Elektroauto je nach Fahrzeug und Strecke vielleicht ein oder zwei Stunden länger. Dafür macht man regelmäßige Pausen, kommt oft entspannter am Ziel an und fährt die restlichen 364 Tage im Jahr deutlich günstiger und komfortabler.

Deshalb würde ich ein Auto nicht nach der einen Urlaubsfahrt im Jahr auswählen, sondern nach den vielen Tagen dazwischen.

💡 Mein persönlicher Gedanke

Ein Auto sollte in erster Linie zu deinem Alltag passen – nicht zu den wenigen Ausnahmen im Jahr. Genau deshalb schaue ich bei einer Beratung immer zuerst auf dein Fahrprofil und erst danach auf das Fahrzeug.